Die Polizei hat eine groß angelegte Razzia gegen einen mutmaßlichen Ring gestartet, der mit gefälschten Sprachzertifikaten handeln soll. Sieben Verdächtige wurden später in Gewahrsam genommen. Der Schwerpunkt der Maßnahme lag in Nordrhein-Westfalen und im Raum München. Mehr als 350 Einsatzkräfte durchsuchten am Mittwoch, 21. Oktober 2026, über 30 Örtlichkeiten. Grundlage waren Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft in Aschaffenburg, die bereits 2025 begonnen hatten. Sechs Verdächtige wurden am Mittwoch festgenommen, der siebte am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Gruppe gefälschte Dokumente hergestellt und verkauft hat, die bei Anträgen auf deutsche Staatsangehörigkeit sowie auf Aufenthaltstitel verwendet werden. Den Beschuldigten werden unter anderem Straftaten vorgeworfen wie organisierte und gewerbliche Beihilfe zum illegalen Aufenthalt sowie organisierte und gewerbliche Urkundenfälschung. Die Ermittler bauten den Fall auf, indem sie zunächst auf Personen blickten, die angeblich gefälschte Sprachzertifikate eingereicht hatten. Anschließend verfolgten sie Hinweise auf mögliche Hersteller und Vertreiber und beschrieben die Aktion als Arbeit in einer organisierten, aufgabenbasierten Struktur. Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten Beweismittel, darunter eine professionell ausgestattete Fälscherwerkstatt mit mehreren hochwertigen Druckern, die zur Herstellung falscher Dokumente und Identitätspapiere genutzt werden. Die Einsatzkräfte stellten außerdem Datenträger sicher, mutmaßlich gefälschte Ausweise sowie weitere Materialien. Zudem wurde Bargeld in einer Größenordnung im mittleren fünfstelligen Bereich beschlagnahmt. In einem Fall wurde eine Schusswaffe sichergestellt. Die Polizei stellte zudem kleinere, im Einzelhandel verpackte Mengen mutmaßlicher Drogen sicher. Der Fall folgt auf eine frühere Maßnahme vom 2. Juli 2026, als die Beamten 11 Standorte rund um Köln durchsuchten und ähnliche Materialien sicherstellten. Dazu zählten unter anderem Sprachzertifikate und Dokumente zur Staatsangehörigkeit. Eine 24-jährige Frau und ein 35-jähriger Mann wurden dem Gericht vorgeführt, und die Haftbefehle wurden unter strengen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Für die neueste Operation am 21. Oktober koordinierte das Ermittlerteam regional zwischen Unterfranken, Mittelfranken und München sowie in Nordrhein-Westfalen. Unterstützt wurden sie dabei von der Bundespolizei, dem österreichischen Bundeskriminalamt sowie zwei Staatsanwälten aus Aschaffenburg. An der Aktion waren außerdem Europol und dessen Koordinationseinheit zur Bekämpfung von schwerer und internationaler organisierter Kriminalität beteiligt. Nach den Gerichtsterminen befinden sich sechs Verdächtige in Haft. In einem Fall wurde der Haftbefehl unter strengen Auflagen aufgehoben. Die Polizei sagt, dass die Ermittlungen weitergehen, während die beschlagnahmten Beweismittel ausgewertet werden und Verbindungen innerhalb und außerhalb Deutschlands geprüft werden.