Die französischen Staatsanwälte haben eine Untersuchung eingeleitet, nachdem in Paris eine Benzinbombe auf Einsatzkräfte der Polizei geworfen worden war. Es geht um den Vorwurf des versuchten Mordes an Beamten, die mit öffentlicher Gewalt betraut sind. Der Vorfall ereignete sich am Samstag in Porte de Charenton im Südosten von Paris. Dort wurden brennbare Geräte auf eine Gruppe von etwa 15 Gendarmen und Polizeibeamten geworfen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass zu den Verletzungen Verbrennungen zweiten Grades gehörten. Diese waren in einem Video zu sehen, das mit einem Handy aufgenommen wurde, und wurden später von französischem Fernsehen ausgestrahlt. Die Gewalt brach aus, nachdem es in ganz Europa Proteste gegeben hatte, die von Jugendlichen angeführt wurden. In Frankreich griffen die Unruhen am Samstagabend auf Marseille, Grenoble, Bordeaux, Lyon und Toulouse über. Behördenangaben zufolge gingen schätzungsweise 320.000 Demonstranten auf die Straßen, darunter auch einige in Halloween-Kostümen, bevor vermummte Randalierer eintrafen. Mehr als 770 Menschen wurden in ganz Frankreich wegen Verstößen gegen die öffentliche Ordnung festgenommen. In Deutschland forderte Innenminister Laurent Nuñez harte Strafen, während Berichte besagten, dass Randalierer und Plünderer in Frankfurt Polizisten mit Geschossen angegriffen hätten, darunter auch Benzinbomben. Dabei sollen mehr als 100 Beamte verletzt worden sein. Die Ermittlungen in Frankreich laufen weiter. Staatsanwälte prüfen den Vorwurf des versuchten Mordes im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Einsatzkräfte der Polizei in Paris.